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Gothic, ein Rollenspielepos

Das Fantasy-Rollenspiel im Überblick

Das erfolgreiche PC-Spiel Gothic besteht mittlerweile bereits aus drei Teilen. Grund genug, das Rollenspiel einmal näher zu beleuchten!

Die ersten Jahre

Ein kleines Programmierstudio in Bochum. Ein Piranha im Fenster. Hier fing alles an. 1997 setzten sich einige interessierte Programmierer zusammen und gründeten die Firma Greenwood. Aus ihr entstanden später die "Piranha Bytes". Mit ihnen entstand die Idee zu einem Spiel. Hinter verschlossenen Türen arbeiteten dreizehn Mitarbeiter an einem Rollenspiel, dass man zu dieser Zeit noch nie gesehen hatte. Gothic wurde ins Leben gerufen.

Das erste Spiel – Der erste Publisher

Mit Gothic kam auch sogleich der erste Publisher ins Spiel. Shoebox sollte das mittelalterliche Spiel verkaufen.
Am 15. März 2001 war es dann so weit. Das lang erwartete Spiel lag nun in den Ladenregalen. Kaum verkauft, gab es auch schon die ersten kritischen Stimmen. Besonders wurde das unübersichtliche Inventar bemängelt, sowie die komplizierte Steuerung, welche erst kurz vor Release um eine unfertig wirkende Maussteuerung erweitert wurde. Besonders störten allerdings die vielen Bugs, die zu Abstürzen führen, oder Quests unlösbar machen. Die meisten Fehler wurden mit den Patches behoben.

Die Spielwelt

"Das Königreich von Myrtana... Wiedervereint durch die Hand König Rhobars II."

So beginnt das Intro des ersten Teils der Saga. Die Geschichte spielt in einem Gefangenenlager, dem sog. Minental. Im Minental werden alle Gefangenen des Reiches zur Arbeit in den Minen gezwungen. Sie fördern dort das magische Erz, welches für den Bau von Waffen im Krieg gegen die Orks benötigt wird. Jeder, der sich eines noch so kleinen Verbrechens schuldig macht, wird hier eingesperrt.
Am Ende des Intros sieht man den "Prozess", der einem Gefangenen gemacht wird. Er wird allerdings von einem der Feuermagier außerhalb der Barriere aufgehalten, welcher dem Namenlosen einen Brief gibt. Und hier beginnt das Abenteuer um den Helden und seine vier Freunde. Der Spieler hat nun die Wahl zwischen drei Lagern. Es spielt jedoch keine Rolle, welchem er sich anschließt, das Ziel bleibt gleich:
Den Schläfer finden, töten und die Gefangenen befreien.

Das zweite Spiel – Die Geschichte geht weiter

"Ein einzelner Gefangener hatte das Schicksal von Hunderten geändert..."

Willkommen im zweiten Teil der Gothic-Story. Diesmal verschlägt es den Namenlosen auf die Insel von Khorinis.
Etwa ein Jahr nach dem Release von Gothic I veröffentlichen die Piranhas ihr neues Werk, Gothic II. Es basiert auf der Technologie des Vorgängers, die Grafik wurde etwas verbessert. Auch die Steuerung wurde an die Zeit angepasst, was auch sofort bessere Wertungen mit sich brachte.

Das Geheimnis von Khorinis

Der Spieler bleibt allerdings nicht lange auf der Insel. Er geht zurück ins Minental. Diesmal warten Drachen auf ihn. Die magische Barriere ist mit dem Schläfer gefallen, er rief zuletzt alle Kreaturen der Dunkelheit. Orks, Echsenmenschen und Drachen.
In Gothic II trifft der Spieler neue Freunde und alte Bekannte. Das Feeling des ersten Teils wurde vollkommen erhalten. Auch bekam das Spiel bessere Wertungen aufgrund von weniger Bugs und einer besseren Steuerrung als im ersten Teil.

Ein neuer Publisher

Mit Gothic II kam aucb ein neuer Publisher ins Geschäft. JoWood sollte nun das Erfolgsspiel vermarkten, da ShoeBox Insolvenz anmelden musste. JoWood kaufte auch sogleich die Rechte am Namen Gothic und vermarkten so auch nun den ersten Teil der Serie.

Der Dritte Teil - Eine neue Technologie

"Xardas hat angeordnet, dass alle Morras zu den Ausgrabungen gebracht werden sollen!"

Im dritten Teil kommt der Namenlose schließlich auf dem Festland an. Die Orks haben offensichtlich mithilfe eines alten Bekannten, Xardas, die Herrschaft über das Mittelland und das kalte Nordmar übernommen. Der Held kann sich von nun an entscheiden, ob er den Königstreuen hilft, die Welt zurückzuerobern, oder mit den Orks die letzten Rebellen vernichtet.

Ein neuer Meilenstein

Ein großer Pluspunkt des Spiels war die Grafik. Die Piranha Bytes, nun Teil der neugegründeten Pluto13 GmbH, entwickelten eine neuartige Spieletechnologie, genannt Engine, welche mit noch mehr Details und hochauflösenderen Texturen zurechtkommt, als der Vorgänger, ZenGin. Allerdings kostete die Entwicklung viel Zeit, welche sowieso schon begrenzt war. Daher geriet das Spiel auch wieder kräftig ins Kreuzfeuer der Kritiker. Viele Punkte, wie z.B. Menüführung, Perksystem, oder Grafik wurden verbessert, allerdings ging dies zu Lasten der Story und der Spielflüssigkeit. Gothic 3 entwickelte sich immer mehr zu einem der verbugtesten Kampf-Rollenspiele Deutschlands. Das ganze wurde noch durch die Trennung von JoWood und Pluto13 verschärft. Die Arbeit an Patches zu Gothic 3 wurde nach Patch 1.12 eingestellt. Zumindest offiziell. Ein Team aus Fans, welches sich selbst Die Ritter des 12. Kelches nennt, arbeitet an den sog. Community-Patches. Diese beheben weitere Bugs, gehen auf die Wünsche der Spieler ein u.a. Allerdings bringen die Patches nicht nur Gutes mit sich. Mit Patch 1.6 wurde z.B. die Multicore-Unterstützung entfernt, welche ein flüssigeres Spielen bei Dual- und QuadCore Prozessoren ermöglicht. Die Programmierer arbeiten aber an einer Re-Implementierung dieser Technologie.

Kein Gothic mehr?

Nach der Trennung von Entwickler und Publisher gingen die Rechte an Gothic 4 an JoWood über. Diese beauftragten SpellBound mit der Entwicklung. Gothic 4 - Arcania ist nun nicht mehr in Piranha-Flossen.
Die Piranhas hingegen arbeiten nun an einem Spiel mit dem Arbeitstitel RPB. Hierüber ist noch nichts weiteres bekannt.

Die Add-ons

Da die Spiele alleine zwar schon gut sind, aber noch nicht perfekt, wurden die sog. Add-Ons veröffentlicht, bzw. an einem wird noch gearbeitet. Das Gothic II-AddOn Die Nacht des Raben fügt sich mitten in die Story von Gothic II ein und ergänzt diese um eine Storylinie im geheimen Land Jarkhendar und das Spiel um weitere Funktionen.
Das Gothic 3-AddOn Götterdämmerung befindet sich noch in Arbeit und wird weder von Piranha Bytes, noch von SpellBound entwickelt. JoWood hält sich bedeckt, hat jedoch schon drei (!) Screens veröffentlicht, welche allerdings jedem Gothic 3 Spieler bekannt sein dürften.

Modden und Gothic

Mods dürften den meisten wohl aus anderen Spielen wie Battlefield o.ä. bekannt sein. Allerdings kann man auch Gothic modifizieren und zwar sowohl den ersten, als auch den zweiten Teil. Für den dritten ist Modden zwar prinzipiell möglich, allerdings ist außer einigen Questveränderungen und neuen NSCs bisher keine Möglichkeit bekannt.
Die meisten Mods sind wohl für Gothic II erschienen. Hier ist das modden weitaus einfacher, außerdem ist die Basis mit der gearbeitet wird weitaus größer.
An Mods gibt es sowohl "Total Conversations", also fast eigenständige Spiele, als auch solche, welche die Story erweitern um neue Welten, NPCs und Quests.
Eine Übersicht gibt es hier, weitere Projekte sind im übergeordneten Forum, bzw. in den Modteam-Foren zu finden. Wer selbst einmal modden möchte, sollte sich hier umsehen.

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